The Democratic Youth Orchestra
... oder ...
das Partizipativ-Ensemble
Ist Demokratie im Jugendorchester möglich?
Und wenn ja: unter welchen Bedingungen?
Braucht es den Dirigenten als autokratische Figur?
Und wenn nein: wie sieht die Alternative aus?
Diesen Fragen geht Newcomerpädagoge Hannes Pohl zusammen mit dem Freien Jugendorchester Orientexpress auf den Grund. Gemeinsam erproben der selbst noch jugendliche Partizipativpädagoge und sein junges Ensemble Modelle zur Demokratisierung der Ensemblepraxis.
In vier Teams - Finanzmanagment, Public Relation, Equipment & Logistik und Künstlerische Leitung - verwalten die jungen Musikerinnen und Musiker ihr eigenes Orchester. Koordiniert werden diese Gruppen von dem Team Organisation, das zusammen mit der Künstlerischen Leitung den Vorstand des Projektes - die s.g. Orchestermoderation - bildet.
Auch die Proben des Orchesters werden zum Teil (in s.g. Registerproben) in Eigenregie geführt. Zusammen mit klassischen Tuttiproben, wie man sie von klassischen Ensemblen kennt, mit der taktstockschwingenden Koordinationsfigur vorneweg, entsteht ein partizipativer Prozess der künstlerischen Interpretation.
Anders als bei vergleichbaren Ensemblen in öffentlicher Hand ist das Democratic Youth Orchestra allerdings kein Prestige-Projekt für die musikalische Elite. Mit dem Grundsatz der Heterogenität finden in diesem Ensemble Kinder und Jugendlicher sämtlicher "Leistungsstufen" (wie es so (un)schön heißt), die irgendwie in einem Orchester vereinbar sind, und sämtlicher Altersstufen von Beginn bis Ende der Adoleszenz zusammen. Möglich wird das durch individuelle Arrangements, die stetig und dynamisch auf die aktuelle Besetzung zugeschrieben werden.
In einem solchen Ensemble, man könnte auch sagen in einem solchen Resonanzraum, lernen die Teilnehmenden - sofern sie möchten - nicht nur gemeinsam musizieren, sondern vor allem Verantwortung zu tragen, Selbstwirksamkeit zu erleben und demokratische Gemeinschaften mitzugestalten.
Und wem das alles zu anstrengend ist, der/die darf sich getrost zurücklehnen und das Geschehen vom sicheren Platz eines "regulären Orchestermusikers" oder einer "regulären Orchestermusikerin" beobachten und ohne Organisationsstress an einer besonderen Probenatmosphäre partizipieren.
Etwas detailierte Informationen zur pädagogischen Idee, zum Ensemblemodell und zur Evaluation des Pilotprojektes finden sich unter auf der Seite unseres Projektmentorens: